Fraktion DIE LINKE: Bedauerlicher Rückzieher
in Sachen Erkenntnissammlung zu NPD
Zur Erklärung des Innenministers, die von seinem Haus erstellte
Erkenntnissammlung zur NPD vorerst nicht zu veröffentlichen, erklärt
der Vorsitzende der Fraktion Wulf Gallert:
„DIE LINKE bedauert, dass der Innenminister die von seinem Haus erstellte
Erkenntnissammlung zur NPD vorerst nicht veröffentlichen wird. Es geht
hier nicht schlechthin um ein Verbotsverfahren. Hingucken wie Einmischen
bedürfen vor allem auch gesicherter Erkenntnisse und Informationen,
mündige Bürgerinnen und Bürger können sich sehr wohl
ein Bild vom demokratieverachtenden Charakter der NPD machen, und da
hätten die Erkenntnisse des Innenministeriums gerade für die öffentliche
Auseinandersetzung gewiss hilfreich sein können.
Dass Bundesinnenminister Schäuble ein erneutes NPD-Verbotsverfahren
„kritisch“ sieht ist hinlänglich und lange bekannt. So kann es nicht
verwundern, wenn er einen Anlass sucht, das Prüfverfahren gänzlich
zu stoppen. Hier zeigt sich leider erneut, dass die Frage des Umgangs mit
der NPD zu parteipolitischer Profilierung nicht taugt und nicht genutzt werden
darf.
Es geht hier nicht um CDU oder SPD - der NPD muss von allen demokratischen
Kräften der Gesellschaft entschieden begegnet werden. Dazu reicht es
nicht, an einem Strang zu ziehen, es muss schon auch dasselbe Ende sein.
Unfreiwillige Werbeveranstaltungen für die NPD wie diese Auseinandersetzung
zwischen SPD und CDU müssen endlich aufhören.
Für DIE LINKE geht es nicht schlechthin um pro oder contra NPD-Verbot
– die Bekämpfung des Rechtsextremismus gehört in das Zentrum demokratischen
Handelns.“
Magdeburg, 7. April 2008
+++ Pressesprecher: Dr. Thomas Drzisga (v.i.S.d.P.)
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