Die
Linkspartei.PDS
Fraktion
im Landtag Sachsen-Anhalt
Dr.
Angelika Klein zu TOP 19: Effiziente Nutzung der Landesliegenschaften durch
Landesbehörden
Noch einige Anmerkungen zum
zweiten Teil unseres Antrages, der sich konkret auf die Arbeit der LIMSA
bezieht.
Die
Landesregierung hob zum 1. Januar 2004 die LIMSA mit viel Elan aus der Taufe und
hoffte nun wird es mit den Landesimmobilien schon seinen Gang
gehen.
Aber auch noch zwei Jahre
nach der Gründung geht es mit der LIMSA nicht seinen Gang. Sondern sie gehört zu
den vielen Baustellen die die gegenwärtige Regierung ihren Nachfolgern
hinterlassen wird.
Die
Aufgaben des
Landesbetriebes sind eigentlich klar umrissen: Grundstücke und grundstücksgleiche
Rechte für Zwecke des Bundeslandes Sachsen-Anhalt nach kaufmännischen
Grundsätzen zu erwerben, zu bewirtschaften, zu entwickeln, zu verwerten und
dabei auch die baupolitischen Ziele des Landes zu
beachten.
Es
wurde die Hoffnung geweckt, zumindest bei den Kommunen, auf deren Territorium
sich Landesimmobilien befinden, dass diese auch künftig genutzt und
bewirtschaftet werden, notfalls auch gewinnbringend veräußert werden. Und es
wurde vielleicht auch ein bisschen Hoffnungen bei den Landesbehörden geweckt,
dass das Bäumchen wechsle dich –Spiel endlich aufhört und die Behörden über
einen längeren Zeitraum sesshaft werden.
Umzüge von Landesbehörden gab
es in den vergangenen 16 Jahren ja mehr als genug. In jüngster Zeit ja erst die
Staatskanzlei und das Justizministerium.
Wir
haben ja auch genug Immobilien: 3 400 Gebäude und 3 300 Liegenschaften, so
zumindest die Auskunft auf der Internetseite, sind von der LIMSA zu betreuen Der
Mitteldeutschen Zeitung wurden etwas andere Zahlen genannt: 2 659 Landesgebäude
auf 810 Liegenschaften. Um diese Zahlen will ich mich nicht streiten. Mich
verwundert nur eins, angeblich hat die LIMSA doch noch nicht alle Immobilien
übernommen.
Generell könnte man sicher um
das Gezeter zwischen zwei Ministern in den vergangenen Wochen müde lächeln, wenn
es hier nicht um das Vermögen des Landes ginge.
Aber
auf der einen Seite verschleudert die LIMSA Grundstücke fast zum Nulltarif –
erinnert sei nur an den Verkauf des Grundstücks des DDR-Rundfunks in der
Berliner Napelastraße vergangenen Herbst für 350 000€
Andere Gebäude verfallen vor
sich hin, aber die Landesregierung mietet mit Unterstützung der LIMSA eifrig
immer neue Gebäude an.
Da
hatten wir den Umzug des Landesverwaltungsamtes für Vermessung und
Geoinformation in das City-Carré. Und wieder werden Landesliegenschaften frei
gezogen.
Dann
kam die Anmietung des alten Postgebäudes in Magdeburg für das Justizzentrum
Magdeburg
Jetzt haben wir den nächsten
Fall auf den Tisch, das Gebäude der Deutschen Bahn AG in Halle. Nein, eigentlich
war die Sache ja schon längst entschieden. Nach langen Diskussionen im Rahmen
der Haushaltsberatungen für den Doppelhaushalt 2005/06 wurde ja die Entscheidung
des Innenministeriums für einen Mietvertrag mit der Deutschen Bahn AG für das
Gebäude in der Ernst-Kamieth-Straße in Halle durch die Koalitionsfraktionen
abgenickt und eine entsprechende Verpflichtungsermächtigung im Haushalt
eingestellt.
Spätestens seit dem Streit
um die überplanmäßige Verpflichtungsermächtigung für das Landesamt für
Vermessung und Geoinformation hätten eigentlich alle wissen können, dass der
Finanzminister nicht ganz schnell ist – hier war ja die Unvorhersehbarkeit der
Entscheidung auch über – gutwillig gesagt – neun Monate gestreckt. Warum soll
ihm dann nicht nach mehr als einem Jahr bewusst werden, dass wir statt der
Anmietung auch noch ein paar eigene Immobilien verwerten
müssen.
Die
spannende Frage ist hier, soll diese außerplanmäßige Verpflichtungsermächtigung
wieder am Parlament vorbei entschieden werden oder wird der Finanzausschuss noch
gefragt? Die Tagesordnung für die letzte Sitzung des Finanzausschusses liegt
fest. Einen entsprechenden Antrag des Finanzministers kennen wir noch nicht. So
werden wir wohl im Zuge der Selbstbefassung uns diesem Thema widmen
müssen.
Es
ist schon ganz schön heftig, kurz vor dem Ende der Wahlperiode Entscheidungen
durchzuziehen, die die kommende Regierung auf dem Tisch haben wird. Sie hat dann
einen zehnjährigen Mietvertrag für ein Gebäude für ein Landesverwaltungsamt, was
wir nicht wollen. Sie hat die Sanierung der Scheibe C in Halle auf dem Tisch und
muss auch noch die beiden Finanzämter in Halle in einem ordentlichen Gebäude
unterbringen,
Von
den anderen leer gezogenen und kaum verwertbaren Liegenschaften will ich gar
nicht reden.
Auf
jeden Fall kann ich nur sagen, die Politik der Landesregierung zur effektiven
Verwertung der Landesliegenschaften ist eine Baustelle geblieben und dafür kann
ich nicht einmal danke sagen.