Fraktion DIE LINKE: Bei Abwasserproblematik
ist pauschale Politikerschelte unangebracht
Zur derzeitigen Debatte um die Abwasserproblematik in Sachsen-Anhalt
erklärt der Abgeordnete Dr. Uwe-Volkmar Köck:
„Die Parlamentsdokumentation ist unbestechlich. Sie belegt, wie intensiv
sich die gewählten Landespolitiker um Abwasserfragen gekümmert
haben. Zwei Unterausschüsse des Parlaments befassten sich zwischen 1994
und 2002 durchgängig mit der Abwasserproblematik im Lande. Der erste
erzwang einen zeitweiligen Baustopp für Kläranlagen und deutliche
Korrekturen bei den Kapazitätsannahmen, im Ergebnis des zweiten erfolgte
die Teilentschuldung Not leidender Abwasserzweckverbände.
Jedoch reichte der politische Arm direkt weder bis in die Verwaltung, noch
in die Geschäftsführungen und Zweckverbandsversammlungen der Abwasserzweckverbände
hinein, wie die gegen massiven politischen Widerstand vollzogene Überleitung
des Abwassers aus dem Raum Querfurt zur Kläranlage Karsdorf bzw. die
Erschließung von Günthersberge belegen. Und Hunderte Petitionen
gingen über den Tisch des Petitionsausschusses, ohne Grundlegendes im
Lande zu bewegen.
Mehr als 15 Jahre prallten die von der LINKEN vorgebrachten Argumente für
Kleinkläranlagen und dezentrale Abwasserlösungen von den Ministerialbeamten
ab. Eine von der PDS eingebrachte fertige Förderrichtlinie wurde im
Jahre 2002 einfach vom Tisch gewischt. Sechs Jahre später feiert Ministerin
Wernicke ein Programm zur Unterstützung der Ertüchtigung von Kleinkläranlagen
- mit der Ausreichung von Krediten anstelle eines verlorenen Zuschusses.
Als Politiker kann man die Bürgerinnen und Bürger nur ermutigen,
sich vor Ort in Bürgerinitiativen zu organisieren. Bürgerinitiativen
haben in Sachsen-Anhalt bezüglich der Lösung von Abwasserproblemen
unterm Strich mehr bewegt als das Parlament. Der politische Arm reicht eben
zu wenig in die Abwasserzweckverbände hinein.“
Magdeburg, 8. Dezember 2008
+++ Pressesprecher: Dr. Thomas Drzisga (v.i.S.d.P.)
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