Fraktion DIE LINKE: Ende des Prozesses um
den Tod von Oury Jalloh erfordert klares politisches Signal
Das Urteil im Prozess um den Tod von Oury Jalloh am vergangenen Montag kann
und darf von der Politik in Sachsen-Anhalt nicht ignoriert werden. Dabei geht
es nicht um das Urteil selbst, es geht um die Einschätzung des Richters,
nach der es unmöglich war, in diesem Fall ein rechtsstaatliches Verfahren
durchzuführen.
Seiner Einschatzung nach sind dafür im wesentlichen Beamte des Landes
Sachsen-Anhalt verantwortlich.
Eine solche Positionierung ist aus Sicht der LINKEN nicht nur absolut außergewöhnlich,
sie ist auch ein Hilferuf an Gesellschaft und Politik.
Die Situation erfordert nach Auffassung der LINKEN ein klares politisches
Signal des Landtages, es erscheint geradezu unmöglich, dass hier wenige
Tage nach Ende des Prozesses einfach zur Tagesordnung übergegangen wird.
Für DIE LINKE ging und geht es nicht um den politischen Streit, es ging
und geht um die gemeinsame Positionierung des Landtages. Daher wurde der
Präsident des Landtages gebeten, zu Beginn der Landtagssitzung eine
Erklärung abzugeben. Dies scheiterte am Widerspruch der CDU.
Daraufhin entschloss sich die Fraktion, eine Aktuelle Debatte zum Thema
„Schlussfolgerungen aus dem Ende des Prozesses um den Tod von Oury Jalloh“
zu beantragen. Nachdem der Antrag fristgerecht eingereicht wurde, erklärte
Ministerpräsident Böhmer in einem Gespräch, er werde vor dem
Landtag eine Erklärung abgeben.
Da dies im wesentlichen den Intentionen der Fraktion der LINKEN entspricht,
wurde der Antrag auf die Durchführung einer Aktuelle Debatte zurückgezogen.
Magdeburg, 10. Dezember 2008
Wulf Gallert
Fraktionsvorsitzender
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