Fraktion DIE LINKE: Flickenteppich A14
Der Ausschuss für Landesentwicklung und Verkehr beschäftigte sich
in seiner Sitzung am 03.12.2008 u. a. mit der Situation zur Finanzierung
der Nordverlängerung der BAB A14. Nach Information aus dem zuständigen
Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr sollen in einem "1. Planungs-
bzw. Bauabschnitt" die für die Finanzierung des BAB A14 Magdeburg -
Schwerin bereitstehenden 775 Mio. Euro entsprechend dem gegebenem Baurecht
verbaut werden.
In Klartext bedeutet dies:
1. Da das Baurecht nicht zur gleichen Zeit für die gesamte Nordverlängerung
der BAB A14 geschaffen werden kann wird strecken- oder abschnittsweise gebaut.
Im Ergebnis wird die Nordverlängerung der BAB A14 auf Jahre hinaus ein
Flickenteppich aus fertig gestellten Autobahnabschnitten mit "zwischengeschalteten"
Bundesstrassen sein.
2. Die Finanzierung der weiteren 500 Mio. Euro ist nach wie vor ungeklärt
und völlig offen.
3. Das Land Sachsen-Anhalt wie auch die anderen beteiligten Bundesländer
und das BMVBS spekulieren auf eine Fortsetzung der Förderperiode für
Verkehrsmaßnahmen ab 2014.
Diese Haltung des zuständigen Ministeriums in Sachsen-Anhalt ist abenteuerlich
und unverantwortlich. Hier wird öffentliches Geld verbrannt. Kurz vor
Weihnachten mag ja jeder ein paar Wünsche haben, aber ein Großprojekt
vom Schlag der Nordverlängerung der BAB A14 mit einem Kostenrahmen von
1,29 Mrd. Euro ohne gesicherte Finanzierung als Flickenteppich zu bauen und
damit vollendete Tatsachen zu schaffen, um die öffentliche Hand zur
Nachfinanzierung der nicht durchfinanzierten Abschnitte zu zwingen ist unredlich.
Anstatt den Kopf zu senken, Ohren anzulegen und koste es was es wolle dieses
heiß umstrittene Projekt durchzupeitschen müssen die beteiligten,
allen voran ernsthaft die auf dem Tisch liegenden Alternativen in Erwägung
ziehen. Eine Autobahn mit wenigen Anschlussstellen dient nicht der Erschließung
der Altmark, sondern sorgt nur für eine Verstetigung geschwindigkeitsorientierter
Lebensweisen. Die Erschließung der Altmark und die Anbindung an die
überörtlichen Verkehre kann nur ein gut ausgebautes Bundesstrassennetz
leisten. Die Altmark hat dafür bereits beste Voraussetzungen.
Magdeburg, 4. Dezember 2008
Uwe Heft
verkehrspolitischer Sprecher
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